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Unsterblichkeit

Abermals ist gleich das Himmelreich einem Kaufmann, der gute Perlen suchte. Und da er eine köstliche Perle fand, ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte sie. - Matthäus 13, 45-46

 

 

 

Wenn wir tief in unsere Herzen schauen und ganz aufrichtig mit uns selbst sind, werden wir bestimmt entdecken, daß das Hauptmotiv hinter unserem Religionsstudium, unserem Bibellesen, dem Kirchgang, dem Beten zu Gott usw. der Wunsch ist, diese köstliche Perle, Unsterblichkeit, das Himmelreich, zu finden. Wir versuchen zu ergründen, ob wir auf der anderen Seite des Grabes als individuelle Persönlichkeiten existieren oder nicht.

Ob wir es wahr haben wollen oder nicht, wir fürchten den Tod, oder besser gesagt, wir fürchten das, was sich als Tod zeigt, weil wir den Tod selbst wirklich nicht fürchten können. Es ist nicht das Unbekannte, - was Tod ist - was wir fürchten, es ist der Verlust dessen, was wir gekannt haben. Wir sind furchtsam, wenn wir daran denken, daß wir unsere Verbindung mit Dingen verlieren, die zu uns gehören oder von denen wir annehmen, daß sie zu uns gehören. Unsere Furcht steht immer zu Bekanntem in Beziehung, nicht zu Unbekanntem. Was wir also fürchten, ist das Ende des 'Ich', all jener Dinge, die die Illusion bestehen lassen, das 'Ich' sei in seiner Existenz getrennt von Gott. So versuchen wir festzustellen, erstens, ob unsere Lieben, die uns vorangegangen sind und die wir immer als die Unseren betrachteten, auf der anderen Seite des Grabes leben, so daß, wenn wir dahingehen, wir unsere Verbindung mit ihnen erneuern können und zweitens, ob wir es tun. Kurz, die Menschheit hat eine angeborene unbezähmbare Sehnsucht: Das Verlangen nach Beweisen für die Unsterblichkeit. Wir alle wollen wissen: Ist der Mensch unsterblich?

Gleich zu Anfang sei gesagt, daß er es ist! Vielleicht nicht ganz so, wie er es sich vorstellt oder wünscht. Nichtsdestoweniger ist er es, und zwar jetzt genauso wie er es immer sein wird. Die Zusicherung hierfür von anderen, wer es auch immer sei, befriedigt niemals wirklich. Wir wollen es aus uns selbst heraus wissen. Kann es hier in diesem Leben nachgewiesen werden, daß der Mensch unsterblich ist? Und wenn, wie kann es bewiesen werden?

Natürlicherweise wenden wir uns zur Überprüfung zuerst an die Kirche, um zu sehen, was sie über das Leben auf der anderen Seite des Grabes zu sagen hat; und auch was die Bibel zu sagen hat. Wenn wir anfangen, uns in den kirchlichen Lehren umzusehen und in den Seiten der Bibel suchen, finden wir sehr wenig. Nehmen wir das Gleichnis vom reichen Manne und Lazarus: von Lazarus in Abraham's Schoß, so bedeutet das den meisten von uns eigentlich nichts. Jesus sagt uns, "in meines Vaters Hause sind viele Wohnungen" (Johannes 14, 2) und "das ist aber das ewige Leben, daß sie Dich, der Du allein wahrer Gott bist, erkennen" (Johannes 17, 3). Paulus erklärt, daß der Mensch Körper, Seele und Geist ist, aber keiner der angeführten Aussprüche überzeugt uns, daß wir unsterblich sind. Sie beschreiben auch nicht, welche Art von Leben uns nach dem physischen Tode erwartet. Sie geben uns keine Prüfungsmöglichkeiten, durch die wir uns vorbereitet fühlen, so zu sagen, unsere Leben zu verspielen, unsere Zukunft aufs Spiel zu setzen. Der Selbsterhaltungstrieb fordert, daß wir vorsichtig sind. Wir wollen sicher sein, ehe wir unwiderruflich vertrauen.

Nicht ganz grundlos fordert der Durchschnittsmensch sichtbar oder hörbar irgendeinen Sinnesbeweis dafür, daß es einen Gott gibt oder daß die Seele unsterblich ist, bevor er diese Meinung als wahr annehmen wird. Wenn er sie nicht durch seine Sinne erhalten kann, so benötigt er zumindest Argumente, die er als begründet und logisch und in Übereinstimmung mit seinem Sinn für Gerechtigkeit annehmen kann, bevor es ihm möglich ist, daran zu glauben, daß sie wahr sein können. Weiterhin fragt er nach einigen maßgeblichen Erklärungen, welcher Teil von ihm, ein Teil, den er nun kennt, unsterblich ist und welche Art Leben er auf der anderen Seite des Todes zu erwarten hat. Diese Beweise, Argumente oder Beschreibungen können nicht in der Bibel oder in der Kirche und auch nicht in den Lehren von Jesus gefunden werden. Jesus ist logischerweise außerordentlich schweigsam über das Thema der Unsterblichkeit der Seele. Dem Sucher nach Unsterblichkeit, nach der 'köstlichen Perle', erscheint dies alles nicht zufriedenstellend. So beginnt er, außerhalb der christlichen Kirche nach dem zu forschen, was er sucht, und das kann man ihm nicht verdenken. Kirchliche Führung gibt ihm so oft keine maßgebliche Anleitung. Sie scheinen selbst sehr wenig darüber zu wissen. So gerät unser moderner Pilger in den Spiritismus. Er untersucht die Lehren anderer Religionen: Buddhismus, Hinduismus, die griechischen Philosophen usw. Sofort sind seine Begriffe von der Reichweite des Geistes enorm erweitert. Gewaltige neue und faszinierende Gebiete zur Forschung und Untersuchung haben sich eröffnet. Jetzt fühlt er, er ist auf der richtigen Spur, und wahrscheinlich wundert er sich, warum die Kirche das alles nicht lehrt.

Vom Besten des Spiritismus hat er einige überzeugende zuverläßige Beweise vom Fortleben erhalten und begründete Schilderungen der Beschaffenheiten, wie sie im 'Jenseits' wohl sein können. Hinduismus und Buddhismus bringen ihn weiter zur Lehre von 'Karma' und der Reinkarnation; zur Lehre von der Entwicklung der Seele die Zeitalter hindurch, bis sie sich "im Maße des vollkommenen Alters Christi" (Eph. 4, 13) entwickelt. Die griechischen Philosophen lehren ihn viel über Struktur und Natur von Geist und Seele und dem Universum. Im alten Ägypten und Indien findet er die Anfänge der Lehre von der Dreieinigkeit und der universalen Wahrheit hinter den Mythen der Schöpfung. Diese Vorstellungen und Behauptungen erscheinen vernünftig. Sie haben Sinn. Die reine Darstellung bringt oft die Erkenntnis ihrer Wahrheit. Man meint, sie rufen Wahrheiten ins Gedächtnis, die wir irgendwie vorher gewußt aber vergessen hatten.

Aus alledem beginnen wir die unvermeidliche Wirkung der materiellen, geistigen und höhergeistigen göttlichen Gesetze zu lernen und fangen an, einiges von der wahren Beschaffenheit des Universums, und der Kraft, Majestät, Herrschaft und Macht Gottes zu verstehen. Aber vor allem beginnen wir den Wirkungsbereich der aufopfernden göttlichen Natur zu empfinden. Der einsichtsvolle Sucher beginnt die Forderungen, die dieses Wissen für seinen Lebensweg mit sich bringen, zu sehen und fängt an viele Irrtümer zu bereinigen, die nicht nur die Einstellung seinen Mitmenschen und der Welt gegenüber verdarben, sondern auch seinen Wahrheitsbegriff trübten. Er lernt, daß Gott reine Liebe ist, Gesetz, Gleichgewicht, Harmonie und Schönheit, daß "was der Mensch säet, das wird er ernten" (Gal. 6, 7), denn das Gesetz von Ursache und Wirkung regiert ganz offensichtlich die Welt durch Gottes heilige Waffen. Die Idee der Wiederverkörperung erklärt logisch die scheinbaren Ungerechtigkeiten des Lebens. Er sieht die Notwendigkeit ein, sich den Gesetzen entsprechend zu verhalten und begreift, daß es unvermeidlich für ihn ist, nicht nur seinen Nächsten zu lieben, sondern alle Geschöpfe Gottes so zu lieben wie sich selbst. Allmählich wächst in ihm die Überzeugung, daß die Seele des Menschen unsterblich ist. Er steht unter dem Eindruck der beinahe in allen Weltreligionen verbreiteten Überzeugung, daß der Tod nicht das Ende aller Dinge ist; auf Grund der Behauptung, daß, wenn der Mensch nach dem Bilde Gottes geschaffen wurde, er kein Eintagsgeschöpf ist; auf Grund der Erkenntnis der Dichter und der Intuitionen Platos und all derer, die er überzeugte.

Trotz allem hat der Sucher den Preis für die Perle noch nicht bezahlt und daher das ewige Leben noch nicht erreicht. Der Zweck seiner Suche ist im wesentlichen noch immer selbstsüchtig. Er mag ein beispielhaftes Leben führen und sich genau an das Gesetz halten, aber er wird das, vielleicht sogar unbewußt, in der Hoffnung auf Lohn tun; entweder, um nicht die Folgen zu tragen, die es nach sich zieht, wenn man Gottes Gesetze bricht, oder um Unsterblichkeit zu erlangen. Sein Gedankengang ist noch: "Wenn ich dies tue, werde ich das erreichen", nicht, wie es sein sollte: "Wenn ich dies tue, wird Gott dadurch verherrlicht und der Menschheit wird es nützen." Er hofft, daß er, wenn er allen heiligen Gesetzen Gottes gehorcht, mit der Krone des ewigen Lebens belohnt wird und, daß er dem Tod und seinem eigenen Gethsemane und Golgatha entrinnen kann. Übrigens ist dieser Wunsch, dem eigenen Gethsemane und Golgatha zu entrinnen, oftmals das geheime Motiv hinter der abgöttischen Verehrung Jesu.

So viele, die ihn verehren, haben das unbestimmte Gefühl, daß sie im Glauben an ihn als ihren Erlöser durch Seinen Tod 'dem Tod entrinnen und das ewige Leben gewinnen können'. Auch das ist noch immer die Haltung unseres Suchers nach Unsterblichkeit. Er bittet noch: "ist's möglich, so gehe dieser Kelch von mir" (Matth. 26, 39). Aber er ist nicht bereit, den ganzen Weg mit Jesus zu gehen, "doch nicht wie ich will, sondern wie Du willst." Kurz, er ist bereit, im Einklang mit dem Buchstaben des Gesetzes zu leben und hofft damit Unsterblichkeit zu erreichen und bemerkt noch nicht, daß trotz seiner größeren Kenntnis immer noch "der Buchstabe tötet." Es ist der Geist, der "lebendig macht" (2. Kor. 3, 6). Sein Wissen ist immer noch menschliches Wissen, auf menschlicher Vernunft begründet, nicht die Erkenntnis Gottes, die ewiges Leben ist (Joh. 17, 3). Er lebt immer noch selbstbewußt, nicht 'gottbewußt.' "Er kennt Gott nicht" (1. Joh. 4, 8). Er kann so sicher sein, wie menschliche Schlußfolgerung ihn machen kann, daß seine Seele unsterblich ist, aber er hat dennoch keinen Beweis. Er kann wohldurchdachte Argumente vorbringen, warum seine Seele unsterblich sein muß, aber es bleibt trotzdem in seinem Herzen und in seinem Verstand eine bloße Hoffnung. Er weiß nicht, er glaubt lediglich, und das ist für ihn nicht genug.

Wenn er diese Stufe erreicht hat, beginnt unser Pilger zu erkennen, daß sein Wissen zwar sehr interessant ist und sehr wohl wahr sein kann, er aber sein Ziel nicht erreicht hat. Das Leben ist sogar noch interessanter und fesselnder als er es sich vorgestellt hat. Er lebt jetzt auf einer viel höheren Ebene des Seins als damals, als er nur an den materiellen Dingen des Lebens hing; er lebt bewußter. Aber all das hat die tiefe Sehnsucht seiner Seele nach dem Etwas nicht befriedigt, das er nicht klar ausdrücken kann. Er beginnt jedoch zu begreifen, daß dieses "Etwas", die "köstliche Perle", nicht unbedingt das Wissen über die Fortdauer der Existenz nach dem Tode ist. Hier ruft ihn die echte Stimme Gottes, und der Geist Gottes in ihm selbst antwortet auf diesen Ruf. Allmählich begreift er, daß er nach Gott sucht, und er beginnt Sinn und Wahrheit hinter den Lehren Jesu zu sehen, die er vorher nicht begriff. Und dennoch hat er das ewige Leben nicht erreicht. Das kommt daher, weil er immer noch recht eigensüchtiges Verlangen in sich trägt, auch wenn dieses Verlangen auf geistige und spirituelle Ebenen beschränkt ist. Er folgert: "Sicherlich brauche ich nicht alles aufzugeben. Es geht mir nicht nur um meine Familie, meine Stellung, meinen Reichtum und mein Leben, aber ich kann nicht auch meine Hoffnung auf ein persönliches Leben nach dem Tode aufgeben." Er ist immer noch nicht bereit alles zu verkaufen, was er hat, um die Perle zu erwerben.

Aber die Antwort lautet: "Ja - alles."

Ewiges Leben, der Friede, der alles Verstehen übersteigt, und vollkommenes Glück in dieser Welt hängen ab von rückhaltloser Selbsthingabe zu Gott. Wir müssen ihn mit ganzem Herzen und Gemüt, aus ganzer Seele und mit all unserer Kraft anbeten. Unser Sucher ist noch nicht bereit zu sterben, auf daß nur "Christus lebt in mir" (Gal. 2, 20), obgleich manchmal die "goldene Pforte" sichtbar wird. Das Ego, das 'Ich' in mir, in seiner ihm eigenen Natur, kann den Himmel nicht erreichen, kann Wirklichkeit und Ewigkeit nicht begreifen. Das 'Ich' muß sich freiwillig so vollkommen opfern, wie Jesus sich am Kreuz opferte. Aus meinem Denken muß ich jeden Wunsch über die Kontinuität meines Seins ausrotten. Ich muß die Täuschung hinwegfegen, daß 'Ich' irgendein Sein habe außer in Gott, und nur die Gnade des inneren Gottes wird mich hierzu befähigen.

Haben wir uns in allem Gott ergeben, werden die Dinge in einem neuen Licht gesehen, in ihrem wahren Licht. Alles, was wir haben und sind, wird gesehen als Gottes, nicht als Unseres; handeln, nicht wie wir wollen, sondern nach Gottes Willen. So ist es nicht länger meine Frau und Familie, sondern ein Teil von Gottes Familie, zeitweilig in meine Obhut gestellt, um von mir geliebt zu werden, wie Gott seine große Familie liebt, nicht töricht und sentimental, nein, mit echtem Interesse für den ganzen Menschen, seinen Geist, seine Seele und seinen Körper. Es ist nicht meine Aufgabe, für persönlichen Gewinn erfolgreich zu sein, doch Gott ernannte mich, das Werk für ihn zu tun, damit alle Menschen aus meinen Anstrengungen Nutzen haben sollten. Meine Besitztümer sind mir in dem Vertrauen gegeben worden, daß sie nur in seinem Dienste gebraucht werden, und mein Körper ist nur das Vehikel, mit dem Gottes Werk unter den Menschen auszuführen ist und womit ihnen die Frucht seiner Liebe vermittelt wird. Ich habe kein Leben für mich. Es ist Gottes Leben, das so zu leben ist, wie Gott es leben würde. Haben wir uns in allem Gott ergeben, so lernen wir, alles durch die Augen Gottes zu sehen, sehen wir die Dinge, wie er sie ansieht. Nichts gehört jemals uns. Alles wird durch uns erlangt im Vertrauen, daß alles im Dienste Gottes und zum Besten unserer Mitmenschen und der ganzen Schöpfung benutzt wird.

Nur Gott ist ewig und nur wenn Gott, und nur Gott allein, in mir lebt und mein Leben und meinen Willen leitet, finde ich den Beweis, das Wissen darüber, was ewiges Leben ist: den Beweis der Unsterblichkeit der Seele. Nur so kann der Besitz der Perle erreicht werden. Wenn die Seele vollkommen gereinigt und geläutert ist von der allerletzten Spur selbstsüchtigen Verlangens, wird der Kern unseres Seins mit dem Göttlichen Geist verbunden, in ihm "leben, weben und sind wir" (Apostelgeschichte 17, 28). Dann ist es Gott allein, den wir anbeten, und jede Spur der Vergötterung, der Verehrung des falschen Gottes, des 'personifizierten' Gottes ist verschwunden. Der Mensch ist unsterblich, denn Gott hat "ihn geschaffen zum ewigen Leben." Jedoch nur wenn der Mensch sich vollkommen Gott hingibt, erlangt er das Bewußtsein seiner Unsterblichkeit. Nur so vermag er den Begrenzungen von Zeit und Raum zu entrinnen und dem Griff der Todesfurcht im Leben in der ewigen Gegenwart. Wenn er alles verkauft, was er hat, kommt er in den Besitz der Perle.

Solange der Mensch von sich selbst als 'Ich' denkt, kann er absolut nichts tun, um sich selbst von der Knechtschaft der Sterblichkeit zu erlösen; in der Tat, je mehr er darum kämpft, frei zu sein, selbstlos, gerecht und rein, desto mehr steckt er in der Verwicklung des 'Ich'bewußtseins. Nur die Gnade Gottes kann ihn frei machen. In den Upanishaden steht: "Solange das individuelle Selbst denkt, es sei getrennt von Gott, dreht es sich auf dem Rad in der Knechtschaft der Gesetze von Geburt, Tod und Wiedergeburt. Doch wenn es durch die Gnade Gottes seine Identität mit Ihm erkennt, dreht es sich nicht länger auf dem Rad. Es erreicht Unsterblichkeit."

Jetzt ist es klar ersichtlich, warum uns Jesus so wenig über das Leben auf der anderen Seite des Grabes mitteilte, warum er sagt, daß das Leben, welches ewig ist, nur gefunden werden kann, wenn wir Gott aus ganzem Herzen und Gemüt, aus ganzer Seele und mit aller Kraft anbeten. Jesus wußte, daß der Mensch niemals Beweise für die Unsterblichkeit finden kann, wenn er nach ihnen sucht. Auf der Suche nach Unsterblichkeit forscht er nach dem Falschen. Die Beweise der Unsterblichkeit sind nur zu finden, wenn wir Gott finden, Gott 'kennen', Gott 'sehen'. Und wenn wir Gott finden, stirbt das 'Ich', "denn nicht kann ein Mensch mich sehen und leben" (2. Mose 33, 20), gleichwohl, im Schauen Gottes finde ich das Leben - "Ich lebe aber; doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir" (Gal. 2, 20). So lenkt Jesus unsere Aufmerksamkeit auf Gott, nicht auf persönliches Fortleben. Jesus lehrt uns alles, was wir wissen müssen, um durch Ihn in das Himmelreich geleitet zu werden. Er lehrt uns, nicht an erster Stelle nach Unsterblichkeit zu trachten, sondern trachtet "am ersten nach dem Reich Gottes, ... so wird euch solches", einschließlich des Wissens um die Unsterblichkeit, "alles zufallen" (Matth. 6, 33). Dieses tue und lebe. Hoffnungen und Gedanken auf persönliches Fortleben sind selbstsüchtig, und kein selbstsüchtiger Mensch kann Gott 'sehen' oder 'kennen'. Ewiges Leben bedeutet, Gott 'kennen', und darum müssen wir alle Gedanken über persönliches Fortleben aufgeben, bevor wir ewiges Leben erreichen. Darum sagte Jesus so wenig über Unsterblichkeit und das Leben jenseits des Grabes, Wie müssen werden wie kleine Kinder, die die Absicht Gottes für den Menschen sehen, sich völlig auf ihn verlassen und seinem Willen in Liebe freiwillig und ganz gehorchen,

Das ist ewiges Leben oder, um unseren Bibeltext zu umschreiben: "Das Reich Gottes - ewiges Leben - ist eine göttliche Gabe, die nur der erreichen kann, der alles andere dafür aufgeben will, weil das Geschenk der Erlösung - der Erlösung von dem einzigen Teufel, dem Teufel in uns selbst - mit nichts anderem in Vergleich gebracht werden kann."

 

Mit freundlicher Genehmigung der St. Marks Review (Eine Anglikanische Vierteljahresschrift), August 1963.